als wir ein treckerrennen fuhren
Der Kreis schließt sich. Als ich meinen Zivildienst gerade beendete konnten wir Gerds 40. feiern. Gestern war sein 50. und alle etwa 30 Generationen Zivis sind überraschenderweise in Haus Friede aufgeschlagen um ihrem Exchef zu gratulieren.
Gerd war ein wirklich toller Chef, der sich immer vor uns gestellt hat, egal was für einen Scheiß wir getrieben haben. Es gäbe viele Geschichten zu erzählen und immerhin ist während unserer Generation ja auch die Scheune abgebrannt. Stellvertretend die von einem unserer Treckerennen:
Wir hatten zwei Mähtrucks mit Anhänger, die beide ähnlich schnell waren. Sie funktionierten so, dass man mit einem Schaltknüppel die Geschwindigkeit einstellte und dann nur noch lenken musste. Besonders schnell wurde man normal nicht, aber wenn man auskuppelte und bergab die Erdanziehungskraft für sich arbeiten ließ, kam schon mal Achterbahnfeeling auf. Und etwas Nervenkitzel, denn rechtzeitig bremsen hätte man im Fall des Falles nicht mehr können. (Wir erinnern uns an den Trecker der 5 Meter in den Steinbruch gestürzt war, zum Glück ohne seinen Fahrer.)
Ohne dass es jemals ausgesprochen wurde war das Ziel eines Rennens der Platz mit den Müllkontänern, am Ende der langen Geraden (Kießterasse), die wiederum anschloß an eine 90-Gradkurve (um die Küche) mit vorherigen Steilhang (große Wiese, Gerds Haus, Haupthaus).
Rein ins Geschehen: Ich knapp in Führung. An jenem Steilhang will mein Kollege mich auf der Außenbahn überholen. Seine Nase schiebt sich schon an meiner vorbei. Er riskiert alles. Doch die Innenkurve bringt mich wieder nach vorne. Ruckartige Lenkung, Trecker wieder unter Kontrolle. Nur noch die lange Gerade. Ich höre meinen Gegner schräg hinter mir. Und ich frage mich, ob man wegen den ganzen Tischgruppen die hier rumstehen überhaupt noch überholen kann. Sekunden später bin ich im Ziel, aber keine Spur mehr von ihm.
Einige Zeit später kommt der dann. In der Hand die Überreste eine Sitzgruppe. Gut dass da heute keine Senioren saßen.