als wir die polizei einspannten
Es ist schon über 10 Jahre her. Unsere Kirche hat sich immer wieder - sogar bis heute - an der Stadtranderholung beteiligt und ein Ferienprogramm für Kinder auf die Beine gestellt. Dieser Tag sollte unter dem Motto Detektivgeschichten stehen und wir hatten die Polizei eingeladen. Sowas machen die Polizisten an sich gerne. Üblicherweise zeigen sie den Kindern ihre Uniformen, Motorräder, Autos und lassen auch mal das Blaulicht leuchten. Unsere Pläne waren anders.
Als sie kamen eröffneten wir ihnen, dass wir ein Kind entführen würden und sie uns dann mit Blaulicht verfolgen sollten. Die anderen Kinder würden zugucken. “Auf keinen Fall!” war die Antwort. “Keine Verfolgungsjadgen mit Autos und Kindern.”
Zum Glück ließ sich Sören nicht davon abbringen und übte immer wieder Vollbremsungen, die jeweils exakt vor dem Fenster endeten, wo er dann das Kind rauszerren wollte. Schließlich gaben die Polizisten nach und machten mit.
Als der Programteil im Haus zu Ende ging bretterte Sören über den Parkplatz, kam mit quietschenden Reifen an und sprang maskiert durch das offen Fenster. Mein Bruder Sammy wußte was kommt und so ließ er sich vom bewaffneten Geiselnehmer mehr oder weniger wiederstandslos mitnehmen. Die Polizei, die sich bis dahin hinterm Haus versteckt hielt, nahm mit Blaulicht und Sirene die Verfolgung auf, beschleunigte über den Parkplatz und begeisterte schließlich mit einem 90 Grad Turn per Handbremse. (Jahre bevor Cobra 11 ins Fernsehen kam.)
Die Kinder waren in heller Aufregung und wir steigerten die Panik natürlich noch. “Wir brauchen Eure Hilfe!” Wir fingen an selbstgemachte Polizeidienstausweise zu verteilen. “Lasst Euch die Ausweise draußen unterschreiben.” Auf die Beamten - die auch das nicht vorher wußten - strömten 70 Kinder zu und wollten Unterschriften. Was blieb ihnen übrig?
Den Rest des Tages verbrachten wir mit Hausdurchsuchungen, Reifenspurenanalyse und der Befreiung meines Bruders.