ciao ME-AN-710
Zeit Abschied zu nehmen. Nach sechs Jahren wurde der nächste TÜV-Termin zum übermächtigen Endgegner und einem Erreichen des nächsten Levels stehen vier oder fünf K.O.-Kriterien entgegen. Mit Geld lassen sich bekanntlich viele Probleme lösen, aber es ist wichtig zu wissen, wann man aussteigen muss. Mein Micra erscheint mir Nachts im Traum als schwarzes Loch, das mein Geld aufsaugt und in irgendeinem (japanischen?) Paralleluniversum wieder ausspuckt.
143.500km sind gar nicht übel, bedenkt man, dass der kleine Wagen verflucht ist. Schon als Vorführwagen hat er sich die erste Beule eingefangen (und nein, der Übeltäter hat die Karre nicht gekauft). Folgten viele kleine Unfälle und Pannen, zum Teil in grotesker Abfolge. Eine Zeit lang lag der Schwerpunkt der Unfälle auf dem Kotflügel vorne links, dann folgten etliche Vorfälle mit der Stoßstange und zuletzt gab es mehrere Einschläge links hinter der B-Säule. Zu meiner Ehrenrettung … auf einen Selbstverschuldeten kommen sieben Fremdverschuldete.
Aber egal. So viele schöne persönliche Erinnerungen sind mit dem Auto verknüpft!
Und lustige Geschichten:
- Morgens einen 1 Meter großen Blumenkübel auf dem Auto zu finden
- Der Typ der mir seitlich reingefahren ist und dann die Polizei wörtlich fragte: Was ist denn Rechts-Vor-Links?
- Zwei mal Fahrerflucht, zwei mal gleiche Stelle … Zeugen haben es gesehen, die Polizei hat sich bei mir gemeldet, aber ich hab das Verfahren lieber einstellen lassen.
- Die Werkstatt die anrief, weil die Wischwasseranlage kaputt sei (und sie die für Geld reparieren wollten), und ich das Problem mit Nachfüllen von Wischwasser beheben konnte
- Als ich beinahe so ein Seitenteil verloren hätte. Während der Fahrt war da dieses Klappern, aber vom Cockpit aus nichts verdächtiges zu sehen. Dann kam dieser Lieferwagen mit penetranter Lichthupe, der hinter mir hält, mir das Problem erklärt und im gleichen Atemzug mit einem Akkubohrer bereits eine Befestigungsschraube ins Blech setzt. Hat 5 1/2 Jahre gehalten seitdem.
- Zwei mal abgeschleppt. Erstes mal, um die Rettungswege beim Spiel Deutschland/Türkei frei zu kriegen. Die bürgerkriegsähnlichen Zustände sind dann aber ausgefallen. Zweites Mal hat die Polizei erst behauptet, sie hätten mich gar nicht abschleppen lassen. Aber als ich dann auf der Wache war, um den Diebstahl zu melden, haben sie es dann zugegeben.
- Etliche Park- (u.a. “Behinderung Dreharbeiten Wilsberg”) und Geschwindigkeitstickets
Und es war das Auto, das ich am liebsten und häufigsten verliehen habe. In der Regel kam es in einem besseren Zustand zurück, als ich es übergeben hatte. Tina, Jessica, Daniel, Anna, Daniel, Linda, Teresa, Detze, Milena, Andrea, Sammy … hab ich jemand vergessen?
Jetzt kommt ein Fiat500, der ja vom Formfaktor die lineare Fortschreibung der Entwicklung der letzten drei Micradesigns ist, nur dass nicht Nissan ihn gebaut hat. Wieder ein Kleinstwagen, wie der ADAC so schön sagt, mit eingebauter Berechtigung die Frauenparkplätze mitnutzen zu können.

